Apple, das neue iPhone 5, das iPad, iOS 6 und die Uhrenindustrie

Viele von Euch haben sicher bereits gelesen, dass Apple die Schweizer Bahnhofsuhr für sich entdeckt hat. Wer iOS 6 auf seinem iPad installiert, der wird sich an ihr erfreuen. Weniger erfreut waren da schon die Schweizer Bundesbahnen SBB CFF FFS.

Als Inhaber der Markenrechte seit 1944 wurden sie von Apple nicht gefragt… Nun will die SBB mit Apple verhandeln und eine friedliche Lösung finden. Das finde ich gut und vernünftig, denn drauflosstreiten bringt eh nix. Wie wäre es mit folgendem Ansatz: Jeder SBB-Schaffner bekommt ein iPhone und macht damit aktiv Werbung indem er es in seiner und für seine Arbeit verwendet?

 

 

 

Die Bildmontage der Schweizer Tageszeitung “Blick” zeigt es ganz deutlich.

 

 

Die Schweizer Bahnhofsuhr sieht auf meine iPad richtig gut aus. Ich hoffe sie bleibt…

 

Kampfeslustig hingegen da der Inhaber von Mondaine. In gleich mehreren Schweizer Tageszeitungen konnte man lesen: … „Die Mondaine Group, die unter SBB-Lizenz den Uhrenklassiker ‚seit Jahrzehnten in die Welt hinaus trägt’, wie Chef André Bernheim es ausdrückt, prüft jetzt rechtliche Schritte.“ …

Uiuiuiui … David gegen Goliath?!?!? … Oder soll da schnell etwas Kleingeld verdient werden?

Na ja, ob das etwas bringt? Ich meine doch eher Mondaine solle froh sein, dass Apple für sie die Gratiswerbung macht. Schließlich kann ein iPad wohl kaum als Armbanduhrenersatz herangezogen werden. Und, wenn jemand Gefallen an dem besagten SBB-Design findet, dann wird er sich womöglich eine Mondaine zulegen.

 

Ein Bild einer Mondäne-Uhr der 2012er-Pressemappe

 

 

Beim iPhone 5 hat Apple Anleihen bei der Uhrenindustrie genommen. Der Gehäusemittelteil ist aus leichtem Aluminium gefertigt, die Komponenten werden von oben wie bei der Swatch in das Containergehäuse gebaut. Die Kanten rundherum werden angliert und aufwendig poliert – sieht toll aus! Die Spaltmaße sind rekordverdächtig klein und die Haptik des superleichten Telefons wirklich gut. Ich hatte das iPhone 5 bereits gestern in der Hand, weiß also wovon ich schreibe. Bei Apple liest man dazu das Folgende: “Das Aluminiumgehäuse jedes iPhone 5 wird bei der Fertigung von zwei 29-Megapixel Präzisionskameras fotografiert. Eine Maschine vergleicht die Bilder anschließend mit 725 einzelnen Mustern, um das perfekte Gegenstück zu finden.”

 

Doch jetzt kommt´s: Die schwarze Beschichtung des Aluminiumgehäuses hält nicht was sie verspricht.

 

Das neue iPhone 5.

 

 

Das Video von iFixit zeigt es ganz deutlich.

 

 

 

Da hätte Apple doch besser die Uhrenindustrie befragen sollen, denn diese Probleme mit den schwarzen Gehäusen gab es auch mal zu Hauf. Nur, daran will sich heute in der Uhrenindustrie sicher niemand mehr erinnern. Erst als man DLC (Diamond-Like-Carbon) zur Beschichtung heranzog waren die Probleme weg und endlich harte, schwarze Oberflächen geschaffen. Das hätte Apple auch tun und dem Kunden so eine perfekte Oberfläche liefern sollen.

Die Uhrenindustrie ist in vielen Bereichen heute bereits Vordenker und nicht mehr wie früher Nachzügler. Jeder gute Gehäusebauer in der Schweiz hätte Apple das 1:1 prophezeit und sicherlich Rat gewusst, wie man das perfekte iPhone-Gehäuse zu einem immer noch vernünftigen Preis hätte herstellen können.

Ich bin mal gespannt wie lange es dauert bis eine größere Zahl an Bildern und Beschwerden im Netz auftauchen. Und, ich bin gespannt wie Apple darauf reagieren wird. Die Uhrenindustrie damals nahm zähneknirschend die Gehäuse zurück und frischte sie wieder auf. Noch heute werden alte Gehäuse aufgefrischt und das ist für die paar die das können gar kein schlechtes Geschäft…

 

 

 

 

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