Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger

Hier ist der nächste spannende Praxistest von unserem Tauchprofi Leon. Er hat sich die Oris Tubbataha Limited Edition einmal näher angesehen, unter dem und über dem Wasser. Viel Freude beim Lesen wünscht Euch der Alexander!

Praxistest Oris Tubbataha Limited Edition

Ein eher sperriger Name für eine Taucheruhr? Mag sein, der Name hat aber einen guten Grund: Oris unterstützt mit einem Teil des Verkaufserlöses der auf 2000 Exemplare limitierten Taucheruhr die Bemühungen zum Erhalt dieses Naturjuwels und Nationalparks, bestehend aus zwei Atollen in der Sulusee (Philippinen). Oris zeigt dieses Engagement auch zu Recht auf der Rückseite der Uhr, deren Gehäuseboden mit einem der Aktion entsprechenden Logo versehen ist.

www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image004
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image002

Es gibt Taucheruhren und Taucheruhren www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | icon smile . Die Oris ist eine der zweiten Art und unterscheidet sich nicht nur im Namen von anderen Taucheruhren. Sie ist 46mm groß, nein, nicht schwer, da das Gehäuse der Oris ein mehrteiliges Titangehäuse ist. Die Uhr ist als Regulator ausgeführt. Das heißt, der Stundenzeiger ist nicht zentral, sondern dezentral angeordnet, bei der Oris Tubbataha sind die Stunden bei 3 Uhr abzulesen. Der Sekundenzeiger ist bei 9 Uhr zu sehen. Das entspricht zwar nicht der Taucheruhrennorm, aber als die entstanden ist, gab es auch noch keine Regulatoren, die zum Tauchen geeignet waren.

Damit bin ich bereits bei einer der Grundanforderungen für eine Taucheruhr. Die sollte nämlich ein übersichtliches und leicht abzulesendes Zifferblatt haben.  Und das hat die Oris Tubbataha, auch wenn die Bauart als Regulator dem entgegen stehen mag. Oris hat es aber geschafft, die beiden Hilfszifferblätter für Stunden und Sekunden so dezent zu gestalten, dass sie den Blick auf den wichtigen Minutenzeiger in keiner Weise behindern.

Im Gegenteil: Die Farbgebung und der Kontrast sind vorbildlich. Eine dunkelblaues Zifferblatt, dazu mit viel orangefarbener Leuchtmasse belegte Indizes und ein großer und breiter Minutenzeiger in derselben Farbe lassen den Taucher niemals im Unklaren über die bereits unter Wasser verbrachte Zeit. Die Stunden und Sekunden werden in weißer Farbe gezeigt, dezent genug, um nicht vom Wesentlichen abzulenken, auffällig genug, um bei Bedarf ohne Probleme erkannt zu werden. Das Datum ist bei der Oris Tubbataha bei 6 Uhr abzulesen. Ich höre bereits den Einwand, die Stunden seien nicht gut genug ablesbar, weil deren Anzeige eben nicht auf der Achse des Minutenzeigers ist. Das ist für  mich kein wirklicher Einwand. Wenn ich nicht weiß, ob ich erst 5 Minuten oder bereits 65 Minuten unter Wasser bin, sollte ich mir vielleicht ein anderes Freizeitvergnügen wählen oder meinen Arzt aufsuchen… www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | icon smile Im Zweifel hilft ein Blick auf das Finimeter oder den vorhandenen Stundenzeiger.

Ein nur gegen den Uhrzeigersinn drehbarer Tauchring darf nicht fehlen und der ist bei der Oris Tubbataha in Keramik gehalten, ebenso dunkelblau wie das Zifferblatt und mit weißen Indizes in Minutenschritten bis 15 Minuten und danach alle 5 Minuten mit Zahlen versehen. Die gute Ablesbarkeit rundet ein oranger Leuchtpunkt, eingerahmt von einem weißen Dreieck, ab. Der Tauchring ist auch mit Handschuhen sehr gut bedienbar.

Ein Kronenschutz ist bei einer Taucheruhr nützlich und der der Oris Tubbataha erfüllt seine Funktion derart gut, dass ich fallweise Schwierigkeiten hatte, die für meinen Geschmack etwas zu glatte Krone mit Handschuhen zu bedienen.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image006

Die Oris Tubbataha wird mit einem Kautschukband geliefert. Eine massive und robuste Faltschließe aus Titan, in die eine in vier Rastschritten um insgesamt 1,5cm verlängerbare Erweiterung integriert ist, gehört zum Lieferumfang. Die Verlängerung lässt sich durch Druck auf die beiden Rastknöpfe an beiden Seiten der Schließe bewerkstelligen und ist auch mit Handschuhen unter Wasser gut bedienbar. Eine über diese Feineinstellung hinausgehende Einstellung des Bandes ist wunderbar leicht und einfach zu bewerkstelligen. Einfach den nicht fixen Teil der Faltschließe aus dem Loch im Band herausnehmen, die Schließe entsprechend verschieben und dann wieder mit dem an der Schließe vorhandenem Dorn in einem anderen der reichlich vorhandenen Löcher im Kautschukband verankern. Das liest sich länger als es in der Praxis dauert. Wie das Foto zeigt, ist das Kautschukband lange genug, um über einen 5mm Nasstauchanzug zu passen.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image008
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image010
Ganz anders sieht die Sache aus, wenn ein Trockentauchanzug getragen wird. Da ist das Kautschukband so wie bei allen anderen Taucheruhren mit einem ähnlichen Band einfach zu kurz um die Uhr ohne Verrenkungen anlegen zu können. Die folgende Bildserie zeigt anschaulich den Aufwand, eine Taucheruhr und einen Trockentauchanzug zur gedeihlichen Zusammenarbeit überreden zu wollen.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image012

Letztendlich hat es, wie das Bild zeigt, ja doch geklappt und die Oris Tubbataha hat sich zu einem weiteren Tauchgang mit mir überreden lassen.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image014

Dennoch, nach wie vor werde ich nicht müde, die Hersteller von Taucheruhren zu bitten, den Uhren, die ja schließlich für den Unterwassereinsatz konstruiert werden, ein Klettband beizulegen, das lang genug ist, um über Trockentauchanzüge zu passen. Scheinbar gehen einfach zu wenig Uhrenbesitzer mit Taucheruhren dorthin, wo Taucheruhren sich gut aufgehoben fühlen.

Die Oris Tubbataha hat sich jedenfalls nicht beklagt und hat brav ihren Dienst verrichtet. Sie ist, auch bedingt durch ihre Größe, sehr rasch abzulesen und der Kontrast des dunkelblauen Zifferblattes mit den großen Indizes und dem sehr auffallenden Minutenzeiger machte es mir leicht, die bereits im Wasser verbrachte Zeit mit einem kurzen Blick auf die Uhr zu erfassen.

Bis knapp 25m war die Farbe orange auch noch zu erkennen und die Oris Tubbataha gut zu lesen. Darunter war nur mehr der Tauchring gut zu erkennen, einfach deshalb, weil die Farbe orange in 57m Tiefe (Grundlsee in der Steiermark) weg war. Das ist kein Fehler der Uhr per se, sondern der Tatsache geschuldet, dass die einzelnen Spektralfarben, aus denen sich das weiße Licht zusammensetzt, in unterschiedlichen Tiefen ausgefiltert werden. Die folgende Grafik zeigt, ab welcher Tiefe sich die jeweiligen Farben verabschieden.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image016

Hier noch ein Bild, aufgenommen in 57m, das gut zeigt, dass der Tauchring wunderbar, die Zeiger und Indizes jedoch nur mehr sichtbar waren, weil mein Tauchpartner mit der Lampe ein wenig Licht auf die Uhr brachte.
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image018

Ich bitte die Schwebstoffe im Bild zu entschuldigen, wir sind beide bei nahezu Nullsicht am Boden des Sees angekommen und haben entsprechend viel Mulm aufgewirbelt. Zur Ehrenrettung der Oris Tubbataha sei festgehalten, dass jeder Taucher, der sich im Süßwasser in solche Tiefen begibt, eine Lampe mit sich führt, um auch die anderen Instrumente wie Tiefenmesser, Kompass und Finimeter beleuchten zu können. Und damit wird auch die Taucheruhr, die ebenso zum Equipment wie die anderen Instrumente gehört, angeleuchtet. Und schöner ist die Oris Tubbataha in Orange sicher als mit weißen Indizes www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | icon smile

Hab ich etwas vergessen? Ach ja, die Oris Tubbataha verfügt auch über ein automatisches Heliumventil. Schön, wenn ein Hersteller von Taucheruhren technisches Knowhow beweist, indem er der Uhr so ein Ventil spendiert, der praktische Nutzen für 99,9999999999 (Nachkommastellen bitte nach Belieben anfügen) aller Taucher ist gleich Null. Ich kenne einen einzigen Taucher, der genau dieses Heliumventil in der Uhr benötigt. Das ist jemand, der in knapp 200m Tiefe als Arbeitstaucher auf Ölplattformen Schweißnähte kontrolliert und sich über mehrere Tage in einer Unterwasserbehausung aufhält, in der mit Helium angereichertes Atemgas geatmet wird. Wenn nun mein Freund nach der Arbeitsschicht langsam in dieser Kammer dekomprimiert wird und der Druck in der Kammer nachlässt, würde der Oris Tubbataha ohne Heliumventil irgendwann das Glas wegen des Überdrucks in der Uhr wegspringen. Helium ist ein sehr leichtes Gas und hat die Eigenschaft, auch in wasser- und luftdichte Uhren einzudringen und wenn man sich lange genug in einer solchen Umgebung aufhält, ist die Uhr mit Sicherheit gefüllt mit Helium. Genau das verhindert das automatische Heliumventil der Oris Tubbataha, das bei Überdruck in der Uhr öffnet und damit den Druck in der Uhr dem Umgebungsdruck anpasst.

Die weiteren technischen Daten hat Alexander Linz bereits zusammengefasst und sind hier zu finden:

http://www.watch-insider.com/leon-berger-geht-wieder-tauchen-dieses-mal-ist-die-oris-tubbataha-seinem-handgelenk/

Wie an den folgenden Bildern zu sehen ist, ist auch ein Hecht im Grundlsee von der Oris Tubbataha überzeugt:
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image020
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image022
www.watch insider.de | reportagen news  | Oris Taucheruhr Tubbataha Praxistest von Leon Berger | image024

Fazit: Wenn man der Oris Tubbataha noch ein Klettband verabreicht (gegebenenfalls mit Werkzeug zum Wechseln der Bänder), ist sie eine Taucheruhr, die allen Anforderungen, die an eine Taucheruhr gestellt werden, locker wegsteckt und die sich zudem durch die Bauart als Regulator und die Verwendung des Materials Titan auch nach dem Tauchgang am Handgelenk des Tauchers beim Dekogespräch (oder Dekobier, je nach Lust und Laune) hervorragend schlägt.

 

TAGS: , , , ,

Die Kommentare sind geschlossen.