Von Leon Berger aus Hurghada / Ägypten: Ein Praxistest der Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs

Zugegeben, der Name der Uhr liest sich martialisch und kompliziert, die Uhr hingegen ist alles andere als das. Mein erster Test über und unter Wasser wird Euch zeigen, ob die Uhr hält was Jaeger-LeCoultre verspricht.Titan Grade-5, 44 mm Durchmesser, ein Keramiktauchring, der sich, wie es sich gehört, nur gegen den Uhrzeigersinn mit 60er Rasterung drehen lässt und satt an der gewünschten Stelle einrastet und zwei Kompressorkronen, welche die Uhr zuverlässig gegen Wassereintritt bis 300 m schützen und ein mechanischer Alarm, das sind die Eckdaten einer Taucheruhr, die eine Woche lang im Roten Meer einem Praxistest unterzogen wurde.

 

Bevor jetzt ein Einwand wegen der 300 m kommt, die habe ich dem Zifferblatt der Uhr und dem Datenblatt des Herstellers entnommen, es gibt aber für mich keinen Grund daran zu zweifeln, trotz der Tatsache, dass ich die Testuhr nur einer Tiefe von 68m ausgesetzt habe .-)

 

Der Tauchring ist wie bei vielen anderen Taucheruhren nicht der Norm entsprechend mit einer durchgehenden Minuterie versehen, sondern verfügt nur bei den ersten 15 Minuten über Minutenindizes. Das ist auch in der Praxis völlig ausreichend, da es bei längeren Tauchzeiten als 15 Minuten auf ein paar Minuten mehr Dekozeit nicht ankommt. Da genügen die 5-Minuten-Schritte vollauf. Der Tauchring lässt sich durch die an der Seite des Ringes vorhandene feine Riffelung auch mit Handschuhen sehr gut bedienen und der Widerstand, der zum Drehen des Tauchrings zu überwinden ist, ist leicht genug, um den Ring rasch an die gewünschte Stelle drehen zu können und auf der anderen Seite hoch genug um eine unabsichtliche Verstellung zu verhindern.

 

Wichtig bei einer Taucheruhr ist auch die gute Unterscheidbarkeit des Minuten- und Stundenzeigers, sowie ein Sekundenzeiger, der mit ausreichend Leuchtmittel versehen ist, um auch in großer Tiefe feststellen zu können, dass das Uhrwerk nicht stehen geblieben ist. Diese Aufgabe hat Jaeger-LeCoultre mit Bravour gemeistert, ein kurzer Blick auf das Zifferblatt genügt um zu wissen, wann es Zeit ist, sich auf den Rückweg zu machen.

 

In der Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs tickt das Kaliber JLC 956 mit 28.800 Halbschwingungen und einer Gangreserve von 45 Stunden. Das Werk zeichnet auch eine technische Besonderheit aus, der Automatikaufzug läuft über ein Lager mit Keramikkugeln, die weder gewartet noch geschmiert werden müssen. Der Aufzug ist sehr effizient. In der Praxis machte sich das bei meiner Testuhr so bemerkbar, dass bereits die leiseste Bewegung genügte, um den sich in Bewegung setzenden Rotor hören zu können. Meine Testuhr war exzellent einreguliert, am Ende des zweiwöchigen Praxistests zeigte die Uhr einen Vorgang von + 12 Sekunden, lief also mit einer mittleren Gangabweichung von weniger als einer Sekunde pro Tag, ein hervorragender Wert.

 

Kurz noch ein paar Worte zur Bedienung und den Funktionen der beiden Kompressorkronen. Beide werden durch eine 180 Grad Drehung gegen den Uhrzeigersinn geöffnet und zwei rote Pfeile an jeder Krone zeigen an, dass in dieser Stellung der Krone die Uhr besser dem Wasser fernbleiben sollte. Eine 180 Grad Drehung zurück im Uhrzeigersinn, ein großer weißer Pfeil zeigt an, dass die Uhr nun für den Unterwassereinsatz bereit ist. Mit der Krone bei 4 Uhr wird die Zeit (mit Sekundenstopp) gestellt und bei Bedarf aufgezogen, die Krone bei 2 Uhr gibt die Möglichkeit, den Alarm aufzuziehen, die Weckzeit ein- und das Datum zu stellen. Wenn die Kronen wieder an das Gehäuse gedrückt wurden und die obligate 180 Grad Drehung im Uhrzeigersinn durchgeführt wurde, ist die Uhr zum Tauchgang bereit und der Alarm aktiv.

 

Damit bin ich bereits bei der Praxis der Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs: So wunderbar der Klang des Alarms an Land klingt (dafür verantwortlich ist die am Boden befestigte Tonfeder, die so für eine optimale Akustik sorgt), so unhörbar ist er unter Wasser. Nicht, weil er etwa zu leise wäre, nein, die Tatsache des Nichthörens ist dem Umstand geschuldet, dass der Taucher im Normalfall eine Neoprenkopfhaube trägt und diese so viel Geräusche ausfiltert, dass der Alarm nicht hörbar ist. Spielt, wenn ich ehrlich bin, aber auch keine Rolle, viel wichtiger als der Alarm unter Wasser ist die Ablesbarkeit und Zuverlässigkeit der Uhr. Und da ist die Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs über jeden Zweifel erhaben. Nicht nur, dass die Zeiger und Indizes mit genügend Leuchtmasse versehen sind, ist auch das Dreieck des Drehrings, der beim Beginn des Tauchgangs mit dem Minutenzeiger zu Deckung gebracht wird, hell und bei allen Bedingungen bestens ablesbar. Warum allerdings die Designer die anderen Markierungen des Drehrings so wunderbar “versteckt” halten, ist sicher dem Aussehen der Uhr an Land und weniger der Praxis unter Wasser geschuldet. Jedenfalls sind diese Markierungen ab einer Tiefe von 40 m nur mehr zu erahnen. Wenn man sich aber einmal daran gewöhnt hat, hält man sich einfach an das leuchtende Dreieck und kann dann auch über den Minutenzeiger die Zeit errechnen, die bereits unter Wasser verbracht wurde. Das als Mangel zu bezeichnen, wäre zu viel, dafür sieht die Uhr an Land umso schöner aus und das nicht überladene Zifferblatt ist unter Wasser rasch und zuverlässig abzulesen www.watch insider.de | news  | Von Leon Berger aus Hurghada / Ägypten: Ein Praxistest der Jaeger LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs | icon smile

 

Ein kurzer Abstecher an Land und zu den Trageeigenschaften der Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs an Land: Titan ist bekannter Weise sehr hautfreundlich und leicht. Trotz der Größe (44 mm) und Bauhöhe der Uhr mit 16,6 mm liegt sie sehr gut auch an meinem schmalen Handgelenk und war die ganze Woche lang immer wieder ein Thema und ein Blickfang für meine Tauchkollegen. Jeder wollte die Uhr in die Hand nehmen, den Alarm hören und sie zumindest ein paar Minuten lang tragen. Diese Ehre wurde meinem Sohn zuteil, der für mich bei den Unterwasserfotos mit der Uhr Modell tauchen durfte www.watch insider.de | news  | Von Leon Berger aus Hurghada / Ägypten: Ein Praxistest der Jaeger LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs | icon smile

 

Meine Testuhr war mit einem Textilband mit Dornschließe ausgestattet und das bringt mich zum wirklich einzigen Kritikpunkt. So schön sich das Band an Land an das Handgelenk anpassen und damit die Uhr zuverlässig und ohne Kopflastigkeit tragen lässt, so wenig hat mich das Band unter Wasser begeistert. Und das aus zwei Gründen: Erstens wird die Uhr mit diesem Band über den Taucheranzug angelegt und der wird mit zunehmender Tiefe immer mehr komprimiert und damit im Umfang auch um das Handgelenk kleiner. Was zur Folge hat, dass die Uhr ab ca. 40 m nicht mehr satt am Handgelenk liegt sondern, bedingt durch die Schwerkraft und das locker werdende Band an der Unterseite des Handgelenks hängt und jedes Mal, wenn man die Zeit ablesen möchte, wieder an die Oberseite des Handgelenks gedreht werden muss. Zweitens ist das Textilband nicht sehr standfest, nach einer Woche Tragzeit am Tauchschiff mit zehn Tauchgängen war das lose Bandende ausgefranst und sah nicht mehr sehr landtauglich aus, wie wohl das der Funktion keinen Abbruch tat.

 

Meine Bitte daher an die Produktmanager dieser an sich wunderbar für den Tauchsport geeigneten Uhr: Bietet doch den Käufern dieser Taucheruhr für den Einsatz unter Wasser ein Textilband mit Klettverschluss an, das mit steigender Tiefe einfach nachgezogen werden kann. So wird der Praxisnutzen der so schönen und für den Unterwassersport prädestinierten Uhr erheblich gesteigert www.watch insider.de | news  | Von Leon Berger aus Hurghada / Ägypten: Ein Praxistest der Jaeger LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs | icon smile

 

Mein Fazit nach einer Woche Tauchen im Roten Meer mit der Jaeger-LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs: Jedes Mal beim Blick auf die Uhr habe ich das kalte und windige Wetter, die hohen Wellen und die erbärmliche Sicht unter Wasser vergessen und mich am Anblick und der Zuverlässigkeit der Master Compressor Diving Alarm Navy SEALS erfreut. Eine Uhr, die nicht nur beim Tauchen souverän ihre Aufgabe meistert und zudem wirklich schön aussieht (ich weiß schon, das ist meine subjektive Meinung…), sondern auch durch den Zusatznutzen des Alarms den Taucher niemals das Ablegen des Tauchschiffes versäumen lässt.

 

Leon Berger (zurück im auch nicht gerade mit angenehmen Temperaturen versehenen Wien)

 

>>> Übrigens, die nächste Taucheruhr im Praxistest wird eine SINN UX mit Silikonarmband sein <<<

 

 

Was sieht man auf den Bildern?

 

JLC-1: Die Testuhr vor dem Gang unter Wasser
JLC-2: Die Testuhr an meinem Handgelenk über dem Trockentauchanzug getragen
JLC-3: Am Arm meines “Unterwassermodells” über dem Neoprenanzug
JLC-4: Schon Zeit, umzukehren? Schade…
JLC-5: Mit der JLC durchs Wasser schweben macht einfach Freude www.watch insider.de | news  | Von Leon Berger aus Hurghada / Ägypten: Ein Praxistest der Jaeger LeCoultre Master Compressor Diving Alarm Navy SEALs | icon smile
JLC-6: Nach dem Tauchgang und dem Spülen mit Süßwasser wird die JLC an der Luft getrocknet
JLC-7: Das Textilband nach einer Woche Beanspruchung
Die Unterwasseraufnhamen von Flora und Fauna sind einzeln, entsprechend benannt.
Zum Vergrössern, bitte die Bilder anklicken …

 

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3 Kommentare

  1. Christoph sagt:

    Lieber Leon

    Vielen Dank für den ausführlichen und interessanten Bericht. Perfekt wie immer. Schön das alles gut gegangen ist, und Du die Eindrücke mit uns teilst.

    Gruss Christoph beim Wasserschloss

  2. Walser sagt:

    Wenn es einer testen kann, dann der Leon.
    Vielen Dank für den LiveTest!
    Sehr interessant, auch für einen Nichttaucher.

    Die JLC Navy Seals scheint zu tauchen bzw. zu taugen .-)

    besten Gruß
    Thorsten

  3. andreas sagt:

    Ein interessanter Bericht zu einem Praxistest, der dieses Namen wirklich verdient.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Unterwassertest zur Sinn UX.